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Die Politisierung von 1989


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Die Politisierung von 1989

Umkämpfte Erinnerung und eigensinnige Demokratievorstellungen

Dienstag, den 03. Dezember 2019, 18:00 Uhr
Universität Bremen, Cartesium (Rotunde), Enrique-Schmidt-Str. 5

„1989“ dient bis heute als Anknüpfungspunkt und Legitimationssymbol für politische Proteste in Deutschland. Dies zeigt sich z. B. bei Straßenprotesten, die in Form von „Montagsdemonstrationen“ stattfinden und bei denen die Parole „Wir sind das Volk“ (wieder) skandiert wird. Ob im Zuge eines Widerstandsnarratives gegen das politische System oder als Erzählung des Selbstbefreiungsaktes, auf die Ereignisse im Wendejahr 1989 wird aktuell wieder vermehrt Bezug genommen. 30 Jahre nach dem Mauerfall ist das „Erbe“ der friedlichen Demonstrationen in Deutschland auch politisch wieder ein umkämpftes Gut, wie man nicht zuletzt bei den ostdeutschen Landtagswahlen im Herbst 2019 beobachten konnte.
Greta Hartmann geht in ihrem Vortrag der Frage nach, welche geschichtspolitischen Bezugnahmen und Instrumentalisierungen von „1989“ in (Ost-)Deutschland bis in die Gegenwart stattfinden. Wer bezieht sich wie und warum auf das Erbe von „1989“? Und welche konkurrierenden Demokratievorstellungen kommen dabei zum Ausdruck?

Im Anschluss an den Vortrag soll gemeinsam mit Dr. Marc Partetzke (zap/ZeDiS, Universität Bremen) diskutiert werden, welche Herausforderungen und Strategien angesichts dieser Entwicklungen für die Politische Bildung existieren.

Greta Hartmann, M.A., ist Soziologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. Seit Februar 2019 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-Verbundprojekt Das umstrittene Erbe von 1989. Aneignungen zwischen Politisierung, Popularisierung und historisch-politischer Geschichtsvermittlung. Nach dem Bachelor in Sozialwissenschaften und Philosophie in Leipzig und Krakau, studierte sie im Master Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Marc Partetzke, Dr. phil., ist Lektor für Politikwissenschaft und ihre Didaktik am Zentrum für Arbeit und Politik (zap)/Zentrum für die Didaktiken der Sozialwissenschaften (ZeDiS) der Universität Bremen. Seine Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte sind u. a. die politikdidaktische (Auto-)Biographieforschung, Politische Kultur und Politische Bildung, interdisziplinäre sozialwissenschaftliche Bildung sowie historisch-politische Bildung mit dem Schwerpunkt ehemalige Deutsche Demokratische Republik.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Programms „30 Jahre Mauerfall“ statt und ist eine Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung und des Zentrums für Arbeit und Politik/Zentrums für die Didaktiken der Sozialwissenschaften der Universität Bremen (ZeDiS).

Ansprechpartner*in

Lisa Peyer

Referentin für Demokratiefähigkeit, Wahlbeteiligung & Partizipation

Tel. 0421-361 25 55 | Mail: lisa.peyer@lzpb.bremen.de