Antikolonialdenkmal 2013 09 1 recut
Kolonialismus

Koloniales Erbe

Gedenken an die Opfer des Völkermordes an den Herero und Nama

Bremen spielte eine wichtige Rolle im deutschen Kolonialismus. Als Hafenstadt war man ein zentraler wirtschaftlicher Akteur und Umschlagort von kolonialer Ware. Bremer Kaufleute wie Adolf Lüderitz und Heinrich Vogelsang drängten schon frühzeitig das Kaiserreich zum Erwerb von Übersee-Gebieten und waren dann stark in den Kolonialhandel und Ausbeutung involviert.

Sichtbare Zeichen der kolonialen Vergangenheit Bremens finden sich vom Kolonialdenkmal, der „Elefant“, bis zum Standort der ehemaligen „Völkerschau“ im Bürgerpark an vielen Orten und Straßen mit den Namen von Vertretern des deutschen Kolonialismus. Mit der Ideologie des Rassismus legitimierten die europäischen Kolonialstaaten ihre Gewaltherrschaft in den Kolonien. Die deutsche Gewalt- und Kolonialherrschaft erstreckte sich ganz oder teilweise auf die Gebiete der heutigen Staaten: Kamerun, Togo, Namibia, Tansania, Ruanda, Burundi, Ghana, einem Teil von Nigeria, Papua-Neuguinea, die Republik der Marshall-Inseln, die Republik Nauru, die nördlichen Marianneninseln, Palau, die Föderierten Staaten von Mikronesien und West-Samoa.

Insbesondere Afrodeutsche Feminist:innen und die Initiative für Schwarze Menschen in Deutschland haben Mitte der 1980er Jahre die Beschäftigung mit Folgen und Kontinuitäten des Kolonialismus initiiert. Trotz des diesjährigen Abkommens zwischen Deutschland und Namibia zur Anerkennung des Völkermords und Debatten um die Restitution geraubter Kulturgüter ist der deutsche Kolonialismus als Thema und seine Folgen weiterhin unterrepräsentiert, wie auch das Wissen zum Völkermord an den Ovaherero, Ovambanderu und Nama/Damara von 1904 bis 1908 in der damaligen Kolonie „Deutsch-Südwestafrika“.

Jahrzehnte lang wurde in Deutschland nur vereinzelt an diesen ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts erinnert, so in Bremen, wo 2009 das vom Bremer Afrika Archiv initiierte und mit Steinen aus der Omaheke Wüste gestaltete Mahnmal errichtet wurde.

Zusammen mit dem Verein „Der Elefant!“ e.V., das Bremer Afrika Archiv und das Afrika-Netzwerk organisieren die Landeszentrale für politische Bildung Bremen und die Senatskanzlei eine jährliche Gedenkstunde zum Gedenken an die Opfer des Völkermords am 11. August 1904, dem Tag der Schlacht von Ohamakari.