Stolperstein
Stolpersteine

Stolpersteine in Bremen - Biografische Spurensuche

Buchvorstellung Band 6: Neustadt

Mittwoch, 21. Oktober, 19:30 Uhr | bremer shakespeare company | Schulstr. 26 | 28199 Bremen

Seit 2004 sind in Bremen über 720 Stolpersteine verlegt worden; davon nahezu 100 in der Neustadt. Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die NS-Opfer, indem er vor ihrem letzten, meist selbst gewählten, Wohnort Stolpersteine – Gedenktafeln aus Messing – in den Bürgersteig einlässt. Der Initiativkreis Stolpersteine Bremen hat die Biografien der verfolgten Personen in mehreren Bänden, nach Stadt- und Ortsteilen geordnet, veröffentlicht. Die Bände enthalten neben dem lokalen Schwerpunkt auch unterschiedliche grundlegende Darstellungen zu Bremen in der NS-Zeit. Jetzt erscheint im Bremer Sujet-Verlag der 6. Band der Reihe, der sich mit der Bremer Neustadt befasst. Die Buchpremiere findet am Mittwoch, den 21. Oktober in der bremer shakespeare company statt. Die Texte liest der Bremer Schauspieler Rainer Iwersen, für die musikalische Umrahmung sorgt Aladdin Haddad.

Die Publikationsreihe

Die von Peter Christoffersen und Barbara Johr herausgegebene Publikationsreihe beschäftigt sich mit den Biografien der Bremer NS-Opfer, deren Gedenken seit 2004 durch das Projekt STOLPERSTEINE BREMEN geehrt wird. Nach den fünf Bänden zu den Regionen Nord, Mitte, Ostertor/Östliche Vorstadt, Schwachhausen/Horn-Lehe sowie Findorff/ Walle/Gröpelingen erscheinen nun die Biografien derer, die in der Neustadt lebten. In mehreren Aufsätzen werden historische Orte beleuchtet und die Situation jüdischer Bremerinnen und Bremer zur NS-Zeit erläutert. Der Band enthält neben den biografischen Abrissen u.a. Beiträge zu Spuren der NS-Zeit in der Neustadt, zum Isenbergheim in der Kornstraße und zu den Judenhäusern im verschwundenen Warnkengang. Über den Stadtteil hinaus führen die Beiträge über die Verfolgung der Bremer Zeugen Jehovas, der Geschichte des jüdischen Produktenhandels, der Geschehnisse in der Novemberpogromnacht 1938 und deren juristische Aufarbeitung während der NS-Zeit und in der frühen Nachkriegszeit. Dem Buch liegt ein Stadtplan mit Markierung der Verlegeorte bei und ermöglicht eine persönliche Spurensuche.

Stolpersteine in Bremen

Das Projekt Stolpersteine des Kölner Bildhauers und Aktionskünstlers Gunter Demnig besteht seit 1995. Es erinnert in Deutschland und im europäischen Ausland an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft – seit 2004 auch in Bremen. In Bremen sind über 1.500 Menschen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden; die Zahl der deportierten, verfolgten oder in „Schutzhaft” genommenen Menschen liegt um ein Vielfaches höher. Schon länger gab es in Bremen Überlegungen, wie man das Leben jener Menschen symbolisch sichtbar machen könnte, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden: Juden, Sinti und Roma, Opfer der "Euthanasie", politisch Verfolgte, Jehovas Zeugen und Homosexuelle. Die Erinnerung an sie ist in unserer Stadt weitgehend verblasst. Die Stolpersteine sollen dem Vergessen entgegen wirken. Der Betonstein wird so im Bürgersteig versenkt, dass lediglich die Tafel sichtbar bleibt. Stolpern kann und soll man nur im übertragenen Sinn. Bis heute hat Gunter Demnig in Europa an mehr als 1.300 Orten über 70.000 solcher Gedenksteine verlegt, darunter 720 in Bremen.

Projekt STOLPERSTEINE BREMEN

STOLPERSTEINE BREMEN ist ein Projekt der Landeszentrale für politische Bildung Bremen und des Vereins „Erinnern für die Zukunft e.V.“. Die Arbeit am Projekt wird getragen vom Initiativkreis Stolpersteine Bremen.

Die Bremer BuchPremiere ist eine gemeinsame Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, des Vereins „Erinnern für die Zukunft e.V.“ und des Initiativkreises Stolpersteine. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr in der bremer shakespeare company. Der Eintritt ist frei.

ACHTUNG: Anmeldung erforderlich: online: https://www.shakespeare-company.com/tickets/?id=8721 oder telefonisch unter 0421-500 333, Mo-Fr 15-18 Uhr.

Ansprechpartner

Tobias Peters

Referent für Publikationen, Kultur & Geschichte

Tel. 0421-361 20 98 | Mail: tobias.peters@lzpb.Bremen.de