Meseritz Blick ins Museum
Studienfahrten

Orte der NS-Euthanasie-Verbrechen

Meseritz, Blick ins Museum
© Krankenhaus-Museum

Busreise in die ehemalige Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde (Polen) sowie die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde Brandenburg an der Havel.

TERMIN: 10.-12. Mai 2024
KOSTEN: (Reise mit dem Reiseunternehmen von Rahden, Führung) ca. 200€ (bei max.
Bus-Auslastung, Preis kann variieren)
GEPLANTER ABLAUF (kann noch variieren)
ABFAHRT: Freitag, 10. Mai, 8:00 Uhr
ABFAHRTSORT: Bremen, ZOB

PROGRAMM:
Freitag-Mittag: Führung durch die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde Brandenburg an der Havel
Anschließend Weiterfahrt nach Meseritz-Obrawalde.
Samstag: Besuch des Museums in Miedzyrzecz mit einer Führung zur Stadtgeschichte, Besichtigung
und Führung durch die ehem. Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde, Besuch des Klinikfriedhofes und der Gedenkorte
Sonntag: Rückfahrt nach Bremen

Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde

Die 1904 errichtete Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde war zwischen 1942 bis 1945 ein Ort der »Euthanasie«-Verbrechen im Nationalsozialismus. Hier ermordeten Ärzte und das Pflegepersonal systematisch tausende psychisch Kranke. 294 Namen von Bremerinnen und Bremern, die in Meseritz-Obrawalde getötet wurden, sind heute bekannt. Damit ist diese Klinik der Ort, an dem die größte Gruppe der mindestens 902 Bremer Opfer der Medizinverbrechen ermordet wurden. Heute liegt die Stadt in Westpolen, in der Nähe der deutschen Grenze. Die Klinik wird weiterhin als psychiatrisches Krankenhaus betrieben. Vor Ort erinnern zwei Mahnmale und eine ältere Ausstellung an die Verbrechen, die an diesem Ort während des Nationalsozialismus durch das Klinikpersonal begangen wurden. Das Museum im Ort Międzyrzecz widmet der Klinik und ihrer Vergangenheit einen Teil seiner Dauerausstellung zur Stadtgeschichte.

Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde Brandenburg an der Havel

In Gebäuden des „Alten Zuchthauses“ in Brandenburg an der Havel wurde 1939 eine von sechs Mordstätten der sogenannten Aktion T 4 eingerichtet. Im „Alten Zuchthaus“, das den Tarnnamen „Landespflegeanstalt Brandenburg a. H.“ erhielt, wurden zwischen Januar und Oktober 1940 Kranke und Menschen mit Behinderungen aus psychiatrischen Krankenhäusern des nord- und mitteldeutschen Raums einschließlich Berlins durch Giftgas getötet. Auch fünf Menschen aus Bremen starben dort. In Zusammenarbeit mit den Betroffenenverbänden wurde 1997 auf dem so genannten Alten Zuchthausgelände in der Nähe des Nikolaiplatzes eine "Euthanasie"-Gedenkstätte eingeweiht, die mit Gedenk- und Informationsstelen an die Morde in der Stadt Brandenburg erinnert. Eine im August 2012 eröffnete Dauerausstellung der Gedenkstätte hebt die Bedeutung der Euthanasie-Mordanstalt als Ort der ersten „Probevergasung“ sowie als Ort des systematischen Massenmords an jüdischen Anstaltspatienten hervor. Außerdem thematisiert die Ausstellung die direkte Verbindungslinie, die von der Tötungsanstalt in Brandenburg zum Genozid an den europäischen Juden führt. Ein Gedenkbuch nennt die Namen von identifizierten Opfern. Anhand von Fotos und Dokumenten aus dem Besitz der Familien werden rund 30 Biografien von Ermordeten nachgezeichnet.

Infoveranstaltung für Teilnehmende der Studienreise:
Donnerstag, 14. März, 18 Uhr
Od Bremy do Międzyrzecza - Von Bremen nach Meseritz.
Oprowadzenie po historii narodowosocjalistycznego mordowania chorych. Eine Museumsführung zur Geschichte der nationalsozialistischen Krankenmorde in deutscher und polnischer Sprache vermittelt Einblicke in die Verbindung der beiden Orte Bremen und Meseritz-Obrawalde in Vorbereitung für die Studienfahrt nach Międzyrzecz im Mai.
Veranstalter: Krankenhaus-Museum Bremen, Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen
Krankenhaus-Museum Bremen, Züricher Straße 40

Die Studienreise wird organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, dem Verein „Erinnern für die Zukunft e.V.“ und dem Krankenhaus-Museum Bremen.

Anmeldung über Orte der NS-Euthanasie-Verbrechen (politische-bildung-bremen.de)

Ansprechpartner

Tobias Peters

Referent für Publikationen, Kultur & Geschichte

Tel. 0421-361 20 98 | Mail: tobias.peters@lzpb.Bremen.de