11. August 2026: Gedenken an den Völkermord in Namibia
© Chrischerf (Wikipedia)
- Grußwort Björn Fecker (Bürgermeister, Senator für Finanzen)
- Vortrag Silke Seybold: Über postkoloniale Provenienzforschung und die Frage der Rückgabe. Ein Blick auf die Herero-Sammlung aus Namibia im Übersee-Museum Bremen
- Worte des Gedenkens Manfred Hinz
- Schweigeminute und Blumenniederlegung
Moderation: Virginie Kamché (Afrika-Netzwerk, Vorsitzende Landesdekolonisierungsbeirat Bremen)
„Alles, was an die alten Zeiten erinnerte, ist verloren gegangen – für immer.“ Diese klare Aussage machte Kaufmann Hälbich 1908 gegenüber dem Museum, als er eine Herero-Sammlung anlegen sollte. Wie kamen die gut 300 Gegenstände der Herero nach Bremen? Wie geht man heute damit um? Ausgehend von diesem Beispiel wird die Ethnologin Silke Seybold (Kuratorin Afrika am Übersee-Museum Bremen) die postkoloniale Provenienzforschung vorstellen und über die Frage der Rückgabe sprechen.
Die Gedenkfeier steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte (Präsident des Senats).
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Senatskanzlei, Verein „Der Elefant!“ e.V., Afrika Netzwerk Bremen, Bremer Afrika-Archiv e.V., Der Senator für Kultur, in Zusammenarbeit mit Momentbühne e.V., Kulturladen Huchting
Termin: Dienstag, 11. August 2026, 17 Uhr
Ort: Mahnmal für die Opfer der Schlacht von Ohamakari und des Völkermords in Namibia, Nelson-Mandela-Park (Grünanlage an der Gustav-Deetjen-Allee)
Hintergrund
Im Januar 1904 lehnte sich die Bevölkerungsgruppe der Herero im heutigen Namibia gegen die deutschen Kolonialherren auf. Generalleutnant Lothar von Trotha führte für das Deutsche Kaiserreich die Auseinandersetzung schließlich gezielt als Vernichtungskrieg. Auftakt für den Genozid war die „Schlacht“ von Ohamakari („Schlacht am Waterberg“) am 11. August 1904. Bis 1908 dauerte der Kolonialkrieg und die systematische Verfolgung und Vernichtung der drei Volksgruppen an. Auch gegen die San richteten sich damals Mordaktionen der deutschen Schutztruppe. Bis zu 90.000 Menschen wurden dabei ermordet; sie starben durch militärische Gewalt, durch Verdursten und Verhungern auf der Flucht oder an der Zwangsarbeit in den Konzentrationslagern der deutschen Kolonie. Die Massaker an den Herero und Nama im heutigen Namibia durch deutsche Kolonialtruppen gelten als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts, so wie es jahrelang die Nachkommen und Überlebenden des Völkermords eingefordert hatten.
Ansprechpartner
Tobias Peters
Telefon 0421-361 20 98 | Mail: tobias.peters@lzpb.bremen.de